Mag.a Daniela Jauk

 

Sex in the City :

Visuelle Gender - Manifestierungen im öffentlichen urbanen Raum

 

 

Vorliegender Text basiert u.a. auf den  Ergebnissen einer Fokusgruppe, die im Rahmen des 9. AbsolventInnentages der Johannes Kepler Universität Linz stattgefunden hat. Als Datenmaterial und Diskussionsgrundlage wurden von der Autorin Fotodokumentationen des öffentlichen Raumes zur Verfügung gestellt, die im Zeitraum Februar – Mai 2003 in den Städten Graz, Wien, Linz, Mariazell und an Autobahnraststätten im Raum Kärnten aufgenommen wurden. Die interdisziplinäre Diskussion verstand sich als explorativer Versuch, jeweils eigene Befunde sowie das vorhandene Bildmaterial zu strukturieren und damit Manifestierungen eines visuellen Diskurses rund um Sex und Gender in der Stadt zu identifizieren. Bildmaterial und Fotoprotokolle der schriftlichen Diskussionsergebnisse wurden systematisch nummeriert und werden im Folgenden kursiv zitiert. Die Aufzählung stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern repräsentiert die Wahrnehmungen von Autorin und Teilnehmerinnen der Fokusgruppe. Die Fotos werden jeweils mit Zitaten von TeilnehmerInnen präsentiert.

 

Jeden Tag bewegen wir uns durch unsere Umgebungen, durch Strassen, vorbei an Häusern und Plakatwänden, gehen in Cafes, streifen durch Parkanlagen, fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, gehen einkaufen etc., kurz: nutzen die öffentlichen Räume einer Stadt oder eines Gebietes.

Der öffentliche Raum als kulturelles Produkt hat eine visuelle Oberfläche, eine „Haut“ aus Millionen Bildern und visuellen Repräsentationen in Wort und Bild, die uns auf all unseren Wegen begleiten und deren penetrierender Wucht wir uns nicht entziehen können.

Wir sind AkteurInnen in - und KonstrukteurInnen - einer visuellen Kultur und in jedem Augen-

b l i c k  konfrontiert mit Symbolen, die zur Kommunikation beitragen und Formen sozialer Ordnung schaffen.

 

Eine wesentliche Kategorie der sozialen Ordnung in westlichen Industriestaaten ist „Geschlecht“.  „Natürliche“ oder „normale“ Weiblichkeit und Männlichkeit ist in allen Bereichen sozialen Lebens definiert. Es beginnt damit, dass Kinder nach der Geburt (bzw. nach den ersten brauchbaren Ultraschallfotos) der einen oder anderen unserer dichotomen Geschlechtsklassen zugeordnet werden. Diese Zuordnung aufgrund der körperlichen Gestalt ist verbunden mit einer an das biologische Geschlecht gebundenen Identifikationskette.

 

 

 

Eben jene Identitäten als Mädchen und Buben, Frauen und Männer sind geformt in und durch soziale Praxis; von der Familie über die Schule bis hin zu Kultur, Sport und Freizeitindustrie. Kulturelle Praktiken wie Medien, Marketing, Kino, Sport, Literatur, Kunst und Popkultur konstruieren Bilder von Frau und Mann, die an der Oberfläche der Stadt erscheinen und die wir hier zum Gegenstand der Diskussion machen.

Mit der Zuordnung zu einer der beiden Geschlechtsklassen ist eine soziale, ökonomische und politische Platzanweisung verbunden, die auf der Ungleichverteilung von Ressourcen zugunsten der Männer beruht. Dieser Komplex wird als „soziales Geschlecht“ oder „gender“ bezeichnet, im Unterschied zu „sex“ als biologisch definierten Geschlechtsklasse.

 

Wir fragten uns in diesem Zusammenhang: Welche sichtbaren Repräsentationen von Sex finden wir auf der materiellen urbanen Oberfläche? Welche Imagines finden gleichsam Hetero, Trans-, Inter- und Sonstwiesexuelle, alte und junge Menschen in einer Stadt vor? Welche Bilder von Frauen und Männern gehen uns tagtäglich subtil unter die (Netz-)Haut?

 

Sex – gedacht als interaktiver körperlicher Akt – wird evident an verbotenen jedoch sichtbaren Sex – Orten (Bars, Sex Shops…), sexualisierten Räumen (etwa „Hooters“), sexualisierten Sujets (Werbungen) im öffentlichen Raum.

Sex  - gedacht als „biologisches Geschlecht“ – verleitet zur Frage, wo an den Oberflächen der Stadt uns Bilder von Frauen (und meist sind es weniger Frauen, als die weiblichen Körper, die dargestellt werden) begegnen und welche Manifestationen von Gender – sozialen Platzzuweisungen aufgrund des zugeschriebenen Sex – wir identifizieren können.

 

 

Verbale (Nicht-) Repräsentationen

  • Anredeformen auf Plakaten, Geschäftslokalen, öffentlichen und privaten Institutionen etc.
  • Namensschilder : Berufsbezeichnungen
  • Namensdenkmäler : Strassen-, und Platzbezeichnungen
  • Wegweiser, Verkehrsschilder


ArbeiterInkammer - Vorne Frau, aber hinten – nur Arbeiter? [1]

 

Auf der Suche nach der Präsenz von Geschlechterrepräsentationen in Wort und Bild drängt sich immer auch die Frage auf, wo wir Repräsentation von „Frau“ nicht finden. Als kulturelles Produkt bietet der aktuelle deutsche Sprachgebrauch ein schaurig schönes und viel diskutiertes Beispiel für die Ausschließung von Frauen. Eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema der gerechten Sprache findet sich an anderen Stellen [2] ; nur soviel sei erwähnt: die systematische Verleugnung weiblichen Daseins durch Sprache bildet sich nachhaltig auch an den Oberflächen der Stadt ab. Kundenparkplätze, Fundgrube für den  Hobbyelektroniker, Kammer für Arbeiter und Angestellte, ausgenommen Fußgänger/Radfahrer [3] etc. lassen nicht wirklich auf das Vorhandensein von Frauen in den Köpfen der ProduzentInnen schließen und verzerren – gemessen an der gelebten Realität – die Geschlechterpräsenz im öffentlichen Raum.

 

Die weibliche Form wird oft noch vergessen [4] meint eine Teilnehmerin in der Diskussion.

So etwa werden alle wählenden Seniorinnen vergessen, wenn Landeshauptmann Pühringer von Plakaten protzt : „Unsere Senioren. Mein Anliegen [5] .  Der oberösterreichische  Pühringer hat auch einen steirischen Kollegen, der eindrucksvoll die Perversität patriarchaler Sprachregelung offen legt. Der Kollege besteht auf ihre männliche Berufsbezeichnung: Sie lässt sich Frau Landeshauptmann nennen. Gerade Berufsbezeichnungen sind vielgesehene sichtbare Zeichen der Geschlechtlichkeit an den äußeren Oberflächen von städtischen Häusern. So ist Dr. Christa F. Facharzt für Augenheilkunde, Leiterin des GKK-Augenambulatoriums [6] ein seltenes Beispiel für einen hybriden Sprachgebrauch in dieser Hinsicht. Häufiger finden wir ausschließlich männliche Formen für eindeutig weibliche Namen. In der Angst nicht ernstgenommen zu werden, ortet eine weitere Teilnehmerin den Grund für diese soziale Praxis des hegemonialen, jedoch realitätsfernen, Sprachgebrauchs.

 

Ein Thema im Zusammenhang mit verbalen Äußerungen und mit besonderer Relevanz für die „Lesbarkeit“ einer Stadt, sind Strassen- und Platzbezeichnungen. Sie dienen als Orientierungshilfen aber auch zum Gedenken und zur Manifestierung von bedeutenden Persönlichkeiten oder Ereignissen. Kirchen haben oft Frauennamen, jedoch schlagen sich weltliche Heldinnen oder Ereignisse der Frauenbewegung (im Gegensatz zu Kriegen) im Übrigen kaum in straßenbaulichen Namensdenkmälern nieder.

 

Das Sichtbarmachen der Geschichte von Frauen in der Öffentlichkeit und die Würdigung ihrer Leistungen tragen dazu bei, dass sich lebende Frauen auf Vorgängerinnen und auf Geschichte beziehen können und dadurch Stärkung und im übertragenen Sinne auch eigene Präsenz im öffentlichen Raum erhalten.

 

Die Bezeichnungen von Strassen und Plätzen sind darüber hinaus eine Visitenkarte einer Stadt, auf der sich Ideologie und Zeitgeist, somit auch ein politisches Bekenntnis zu geschlechtergerechter Inanspruchnahme des öffentlichen Raumes zeigt. Dieses scheint bis dato weitgehend gefehlt zu haben, wie eine umfassende Grazer Studie zeigt. KUBINZKY und WENTNER, die die rund 1600 Grazer Straßennamen untersuchten, stellen neben einer sichtbaren Hochachtung gegenüber Personen mit deutschnationalem Hintergrund Folgendes fest:

“Auffallend ist die ethnozentrische Auswahl der Taufpaten von Straßen. Namen, die mit den Nachbarstaaten -

hier besser Nachfolgestaaten des alten und großen Österreich - zusammenhängen, haben mitunter eine emotional-nostalgische Ausrichtung…Wenig überraschend - jedoch hervorhebenswert - ist, dass Frauennamen bei den Grazer Straßen extrem selten sind. Kaum mehr als zwei Dutzend Straßen heben mit ihrem Namen biographisch erfassbare Frauen hervor. Das ist ein Anteil von rund 1,5% der Grazer Namensdenkmäler. Zum unadäquaten Vergleich: 14 Straßen tragen Vogelnamen.” [7]

 

Den beiden verdankt die LeserInschaft auch ein nettes Gedankenspiel. Sollte es unserer Kultur jemals so ergehen, wie den vergangenen Kulturen, die uns hauptsächlich durch Texte auf Tafeln überliefert sind…welch verzerrtes Bild unserer Kultur würde sich spiegeln?

Prinzipiell hat jede/r BürgerIn das Recht Vorschläge für Straßenneubenennungen bei der Stadtregierung, bzw. bei der Landesregierung einzubringen. Eigene Umgebung analysieren, Bewusstseins- und Pressearbeit, BürgerInnenbeteiligungsverfahren nutzen, Frauenbeauftragte aktivieren, Menschen motivieren schriftliche Vorschläge bei der Stadtbaudirektion einzubringen, Lobbyarbeit bei Verkehrs- und Straßenausschussmitgliedern des Gemeinderates, Kunstprojekte etc. können Strategien sein, diese Situation zu verbessern.

Sex in the City

  • Sex Shops
  • Sex - Bars  und sexualisierte Lokale
  • Öffentliche Internetzugänge – Zugriff auf Sexseiten
  • Verkaufsflächen – Zeitschriften – Merchandising
  • Sexualisierte Werbung


Wir zeigen alles, nur nicht wie das Pärchen

einträchtig wichsend vor dem Fernseher sitzt. [8]

 

Die augenscheinlichsten Marker von Sex in der Stadt sind die Auslagen von Sex Shops, Sex Bars sexualisierten Lokalen, wie etwa „Hooters“ und Werbungen für diese. Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit, Frauenhandel und Gewalt gegen Frauen sind Kontexte, welche die DiskutantInnen des Thementisches sofort assoziieren.

Die Darstellung des weiblichen Körpers, der Frau als Sexobjekt ist im Diskurs eigentlich ein wahnsinnig „alter Hut“ und trotzdem stehen wir vor der Situation, dass wir immer noch Tausende Sexobjekte weiblichen Geschlechts tagtäglich mit unseren Augen inhalieren.

Den männlichen Blick auf Frauen identifizieren die ExpertInnen aus der Fokusgruppe anhand der Fotos. Der Zusammenhang mit (sexualisierter) Gewalt gegen Frauen liegt auf der Hand, wenn wir uns ernsthaft den Tausenden täglichen Darstellungen von Frauenkörpern als verfügbare willige Sexualobjekte stellen und dies mit dem Wissen aus dem österreichischen Gewaltbericht 2001 verknüpfen. [9]

Wir sehen Bilder der „Verfügbarkeit“ von Frauen, die ein Klima der Gewalt gegen Frauen schaffen und auch dazu beitragen, dass in Österreich nach Schätzungen von PolizeijuristInnen bis zu 300.000 Frauen jährlich misshandelt werden. Das ist keine monokausale Erklärung, aber die Erinnerung an einen Befund, den wir schon Jahrzehnte lang kennen. [10]   Die einprägsame Silikontitten- und Verfügbarkeitsschau umgibt uns alle. Zu ihr sind auch all jene gezwungen, die dies aus sexuellen, kulturellen, ideologischen oder generationellen Gründen nicht goutieren können und wollen.

 

 

 

Eine Sex-Bilder-Flut ergießt sich oft ungewollt auch aus den virtuellen Oberflächen, mit denen wir hantieren und interagieren. Beispielsweise dem Internet. Welche/r kennt nicht, die mühsame Reinigung der persönlichen Mailbox von all den „Hot Pussy“-Mails und die lästigen Porno - Pop Up – Fenster beim Spaziergang durchs Internet?

Bei unserem oberflächlichen Bilderstreifzug durch eine Stadt entdecken wir einige öffentliche Internetzugänge. In Graz – in der offiziellen 03 Bar zum Beispiel – kann ich auch entdecken, dass SurferInnen gewollt und ungewollt den gesamten öffentlichen Caferaum mit knienden und lutschenden Frauen fluten.

 

Und es bleibt der (hegemonial) männliche Blick [11] auf Frauen und Gesellschaft, der Sex-Restaurants-Hybride wie etwa „Hooters“ entstehen lässt, in dem sich – aus der Sicht der/s PassantIn – eindrucksvolle Bilder präsentieren. „Hooters“ beschäftigt als Fastfood Restaurantkette 15.000 Menschen weltweit, von denen 10.000 als „Hooters Girls“ tätig sind. Durch die knappen Hot Pants und Tops wird hier im „Familienlokal“ eine sexualisierte Atmosphäre geschaffen, die die Titten zu den Fritten liefert und deshalb in den USA gerne als Lokal für Initiationsriten der Adoleszenten genutzt wird. [12] Dazu haben auch die Grazer Gelegenheit, befindet sich „Hooters“ doch gleich beim Arnold Schwarzenegger (sic!) – Stadion, das oft und gerne von vielen Kindern und Jugendlichen frequentiert wird.

 

Der Vermarktung des weiblichen Körpers mittels Bildern können wir nur durch Blindheit entgehen. Jede Tabak-Trafik bietet eine reichhaltige Auswahl an Sex - Merchandising ( z.B. Feuerzeuge) und auch Sex-Magazinen, die die Oberflächen der Stadt mitgestalten und die Frau/den Frauenkörper als verkaufbaren Artikel präsentieren. Eine Möglichkeit des Umgangs damit ist die „Säuberung“ der visuellen Kultur, wie sie etwa in Nordamerika vorgenommen wird. Sex Magazine werden hier nur mit verdecktem Titelblatt aufgelegt oder zoning-Systeme werden angeregt:

„Colombo (1994) recounts, how in Minneapolis women’s groups attempted to apply antipornography municipial ordinances through the zoning system in order to limit the sale of certain types of magazines and merchandise in central area shops, so as to create a less offensic´ve and threatening environment for women in an area of high crime.” [13]

 

Aber nicht nur Sex im Sinne eines Sexualaktes finden wir in der Trafik. Abgesehen von den verkauften Printmedien und deren sichtbaren Titelblättern entdecken wir unter Umständen auch Grußkarten, die den hegemonialen Geschlechterdiskurs spiegeln. Das Spiel mit Klischees, die Frau als Anhängsel. Auf der Schwanzverlängerung (Krawatte) reitend darf – nein soll – frau dann endlich aktiv sein. (Falls mann  nicht vor Angst völlig erstarrt [14] ) beschreibt eine Teilnehmerin treffend die Innenseite und den Zirkel um Zuschreibung und Rollenerwartung durch jene Geburtstagskarte, die außen die Aufschrift „Du hast Geburtstag und magst es doch, wenn eine Frau an Dir hängt“ trägt. Tatsächlich spricht sie auch die Diskussion um sexuelle Rollenzwänge beider Geschlechter an. Wie Männerberatungen und MännerforscherInnen zweifelsfrei feststellen, wächst auch die Unsicherheit und der Unmut auf Seiten der Männer über  Rollenerwartungen (zum Beispiel „muss immer können/wollen“), die unter anderem aus stereotypen Darstellungen männlicher Sexualität erwachsen.  Nichtsdestotrotz ist es der hegemonial-männliche geschlechtshierarchische Diskurs, der die sichtbare Haut unserer Städte tätowiert.

 

Die zusammenhanglose Produktvermarktung mithilfe des weiblichen Körpers ist das, was landläufig als „Sex Sells“ bezeichnet wird (Bild Mitte: Die Auslage eines Linzer Optikers). Auch das ist Sex. Wir treffen Hunderte Male täglich auf sie und die Models sind fast ausschließlich weiblich, das ist …


 
… Gender in the City

  • sexualisierte – sexistische – stereotype Werbung
  • Mauerbilder – bauliche Oberflächen
  • Statuen - Gedenktafeln


Design yourself? Wer designt hier wen wie?

Stereo - die Sehnsucht nach Type.

Die Sehnsucht nach Distinktion – mit Stereotypen. [15]

Bei der visuellen Bestandsaufnahme zum Thema Sex/Gender/Frauen –Bilder im österreichischen öffentlichen Raum sind Werbeflächen und die Darstellung von Frauen und Männern auf verschiedensten Werbebildern vor und hinter Glas das augenscheinlichste Datenmaterial. Die Rolle von Werbung als Vermittlerin kultureller, gesellschaftlicher Werte, Vermittlerin von Konsumideologie und als Vorbild und Sozialisationsfaktor bezüglich Selbstdarstellung und Identitätsfindung thematisiert auch das Grundsatzpapier des Werberates [16] – dem Selbstbeschränkungsgremium der österreichischen Werbewirtschaft:

„Da Werbung nicht nur ein Spiegelbild gesellschaftlicher Einstellungen ist, sondern ihr auch - vor allem für Kinder - eine gewisse Vorbildfunktion zukommt, ist Werbung, die die Würde der Frau verletzt, als frauenfeindlich bzw. frauendiskriminierend zu unterlassen.

1.                 Werbung soll sich keiner sexuell anstößigen Darstellungen bedienen.
a.Es sollen keine bildlichen Darstellungen von nackten Frauenkörpern ohne direkten inhaltlichen Zusammenhang zum beworbenen Produkt verwendet werden.
b.Textstellen und verbale Äußerungen sexuellen Inhalts, die die Würde der Frau verletzen können, sind zu unterlassen.

2.                 Werbung soll nicht frauenfeindlich bzw. frauendiskriminierend sein.
a.Werbung soll keine Sujets verwenden, die die Gleichwertigkeit der Geschlechter in Frage stellt.
b.Werbung soll keine Sujets verwenden, die dem modernen Rollenbild der Frau widersprechen. Insbesondere sind Darstellungen und Aussagen zu unterlassen, die den Eindruck erwecken, Frauen besäßen von Natur aus geringe Intelligenz, mangelndes Durchsetzungsvermögen, geringe analytische Fähigkeiten, seien ungebildet und übten vornehmlich dienende Funktionen aus.“

 

Die geschlechterdemokratische Selbstdarstellung des Werberates auf der Webseite soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Beschwerden wegen sexistischer Werbung zurückgewiesen werden und die Besetzung der Entscheidungsstruktur des Gremiums die Segregation und die Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt widerspiegeln.

Nichtsdestotrotz kann hier jeder Bürger und jede Bürgerin – sofern Internetzugang vorhanden – dem Ärger darüber Ausdruck verleihen, dass nahezu jede Lap Top Werbung ein Bikini-Girl am Bildschirm braucht, dass Brot mit Silikontitten verkauft wird und  wir mit virtuellen Langbeinmagerfrauen visuell geradezu zugemüllt werden.

 

SCHMERL [17] führt die Rezepte der sexistischen Werbung genauer aus:

Harte Rezepte

-                     Sexuelle Anzüglichkeit auf Kosten der Frauen / Frau ist Sex

-                     Gleichsetzung von Frauen mit Produkten und Konsumartikeln (über Eigenschaften)

-                     Märchen über Frauen und Haushalt (Hausfrauenanteil nimmt prozentual ab, gute Kleidung, Haushalt als Ort des Vergnügens und des gehobenen Lebensstils) / Frau ist Produkt

-                     „Typisch weibliche“ Unarten (zuviel reden, essen…)

-                     kosmetische Zwangsjacken [18]

-                     Vermarktung und Pervertierung des Emanzipationsbegriffes, männliche Vorstellungen vom Emanzipationsbegriff

-                     Zynische Witze über Frauen

 

Weiche Rezepte

-                     Mimik und Gestik der Geschlechter (Mann meist angezogener, größer, mit beiden Beinen stehend, lächeln weniger)

-                     Mann plus Frau : Polarisierung der Geschlechter (hyperritualisiertes Geschlechterverhältnis in Richtung rückschrittlicher Ideologie, Polarisierung der Warenwelt nach Geschlechtern auch für Kinder)

-                     Die neue Frau (Müßiggängerin, Luxusgeschöpf, nur white collar Berufe)

 

Dergestalte Geschlechterinszenierungen wurden schon vom amerikanischen Soziologen GOFFMAN analysiert, der Ende der 70er Jahre auf Basis einer internationalen Zufallsstichprobe von Printwerbung die „hyperritualisierten“ Darstellungsstrategien der Werbung kritisiert. In seinem Klassiker „Geschlecht und Werbung“ identifiziert er spezifische Verhaltenarrangements (zum Beispiel besitzergreifende/unterordnende Gesten) zwischen den Geschlechtern, die uns auch noch 30 Jahre danach (nachhaltig zum Beispiel als murale Gemälde, siehe Bild ) visuell penetrieren.

„Männer sind Köpfe / Anzüge, Frauen sind Körper; Männer sind Anschauende, Begutachtende oder Bildmacher, Frauen sind Angeschaute, Begutachtete, Bildvorlagen. Der Mann ist Mensch, die Frau ist Geschlecht; der Mann ist Regisseur, Schiedsrichter, Kenner, Sammler; die Frau Ding, Bild Beute und stumme Projektionsfläche. Der Mann ist sachlich, die Frau dagegen sinnlich, begehrlich und sonst gar nichts.“ [19]

 

HAAS untersucht systematisch die Werbung in der  „Bunte Illustrierte“ von 1949-1987 durch quantitative und qualitative Inhaltsanalyse und sieht Werbung auch als wesentlichen Sozialisationsfaktor hinsichtlich der Geschlechterrolle. Sie weist explizit auf den Aspekt der Vorherrschaft von Frauen und Männern in einzelnen Produktbereichen hin:

Die Frau führt erwartungsgemäß in den Bereichen Nahrungsmittel, Körperpflege/Kosmetik, Gesundheit/Medizin, Wohnen/Haushalt, Mode und Freizeit – Bereiche also, die die fraulichen Disziplinen wie Familie, Haushalt, Tätigkeiten wie Pflegen, Betreuen, Heilen umfassen. Die Vorherrschaft im Bereich Freizeit lässt sich damit erklären, dass dieser das Privatleben betrifft und der private Bereich wird im Gegensatz zum öffentlichen der Frau zugeschrieben. [20]

 

Neuere systematische Untersuchungen der Werbung weisen auf eine Mehrzahl stereotyper Frauenbilder hin, die sich uns präsentieren und uns durch neue Stereotype (Frauen managen ihre Karriere, sind kämpferisch etc.) [21] auf eine subtilere Art unter Druck setzen als eindeutig sexualisierte Sujets es tun.

„Als wichtigste Strategien, die eine Gleichverteilung der Macht unter den Geschlechtern verhindern, erwiesen sich die dichtomischen Rollenkonzepte zwischen Karrierefrau und Mutter sowie zwischen Hungergirlie und tatkräftiger Emanze, die Werbung insofern paradoxal in Szene setzt, als sie fordert, beide in einer Person, innerhalb eines Sinnzusammenhangs, eines Lebenskonzeptes zu verschmelzen.“ [22]

 

Bewusstseinsarbeit, Beschwerden an den Werberat [23] , die Kontrolle über städtische Werbeflächen (in der Stadt Ulm / BRD hat der Frauenrat ein Vetorecht gegen Werbungen auf öffentlichen städtischen Werbeflächen) [24] sind Versuche, auf die visuelle Gestaltung einer Stadt Einfluss zu nehmen. Die „Destabilisierung“ von Werbung – auch bekannt unter „Adbusting“ - ist eine weitere Methode, Gendermanifestierungen ins visuelle Bewusstsein zu rufen.

„…you can create a new advertisement which retains the caption or text from the published advertisement but which radically alters the meaning you assign to the text” [25]

 

WILK schlägt darüber hinaus auch vor, eine neue frische Metaphernsprache zu entwickeln, die jenseits gefühlsduseliger Nettigkeiten und auftrumpfender Hypermaskulinität dabei hilft, solidarisierende Netzwerke aufzubauen und nicht ein Komplimentpotpourri sondern eher eine Sprache der Schwächen und Wunden sein sollte. Eine andere Möglichkeit sieht sie – ähnlich den amerikanischen Ökofeministinnen – in der Strategie, die Stereotype (Feinfühligkeit, Emotionalität) anzunehmen und sie so umzuwerten, dass sie soziale Integrität sichern.

 „Diese Rekombination aus maskuliner Logik und femininer Ahnung in der Art von Gender Mixed Pickles könnte ein Zurückdrängen der Emotionalität aus der öffentlichen Sphäre verdrängen.“ [26]

 

Helden – spezifisch einzigartig – wo sind die  Heldinnen [27] fragt sich ein Teilnehmer bei der Durchforstung der Bilder von Skulpturen und Statuen im öffentlichen Raum. Während wir Frauen meist als  allegorische (keine eigene Geschichte habend) und leicht bekleideten Figuren begegnen, treffen wir viele steinerne Helden – oft auch aus dem Kriegskontext – auf Österreichs Strassen und Plätzen. Turnvater Jahn beherrscht dabei das Linzer Stadtgebiet: Jahn - da möchte ich mal erleben, dass soviel Text über eine Österreicherin im öffentlichen Raum gemeißelt steht! [28]

 

Die Anzahl von Würdigungstafeln für Frauen in den Städten Graz und Linz – ähnlich den Straßennamen – ist verschwindend. Geschichte wird nicht sichtbar gemacht. Alternative Frauenfiguren sehen wir dreidimensional noch weniger als zweidimensional.

Im Rahmen des ersten feministischen Kulturprojektes in der Geschichte der Kulturhauptstädte Europas (WOMENT!) wurden vor diesem Hintergrund in Graz 20 und 3 Würdigungstafeln für bedeutende Grazerinnen errichtet. [29] In der Linzer Innenstadt ließ sich eine einzige Gedenktafel (siehe Bild) entdecken.

 

WEX erarbeitet, dass eine weibliche und männliche Körpersprache als Folge patriarchaler Machtverhältnisse und Rollenzuweisungen erlernt wird und zur Festigung und Konditionierung einer starken/schwachen Geschlechts-,  bzw. Rangordnung beiträgt. [30]

Dies spiegelt sich an den Imagines der Frauen- und Männerkörper die wir bereits diskutiert haben und auch dreidimensional an den Stauen und Denkmälern wider. Gesammelte Charakteristika : Frauen eher sitzend als stehend, Einknicken des Spielbeines, Arme haben kleineren Radius, neckisch, kokett; Männer breitbeiniger, Arme nicht so hoch verschränkt wie bei Frauen, Größenunterschied, Alter, Sichtbarkeit (Frau besser), Frauenkörper/Männerbüsten etc.

Mit einer systematischen Untersuchung dieses Sachverhalts kann die Literatur nicht dienen, eine österreichbezogene Studie könnte sicherlich  interessante Ergebnisse liefern. Denn vermutlich mag  stimmen, was eine Diskutantin lachend ruft: Die häufigst dargestellte Frau in Linz ist die Heilige Maria! [31]

 

 

 

 Sex & Gender in the City :  Piktogramme

 

Eine ganz besondere Art von Bildern möchte ich nun in den Mittelpunkt rücken. Das Bild bietet die schnellstmögliche Information, es ist in einem Augenblick erfassbar und es transportiert Ideologie mit unbewusster Langzeitwirkung.
Eines der effektivsten Bildmedien sind Piktogramme auf Bahnhöfen, Flughafen, Klos etc.


Wo sind die Väter? [32]

Die Beschäftigung mit Piktogrammen steht in einer österreichischen Tradition.

Der Gesellschaftstechniker und Mitbegründer des Wiener Kreises Otto Neurath [33] (1882-1945)  hat die „Wiener Metode der Bildstatistik“ entwickelt, die später als ISOTYPE (International System of Typographic Picture Education, auch griechisch für: immer dasselbe Zeichen) berühmt geworden ist. Unter dem Motto „Worte Trennen, Bilder verbinden“ war es Neuraths Hauptziel, einen öffentlichen pädagogischen Dienst zu leisten:

„Folgendes ist das Ziel von Isotype: Wissen durch visuelle Mittel möglichst mitzuteilen und dadurch die Kluft zwischen Völkern und Sprachgruppen verringern zu helfen.“ [34]

 

Ein ehrenwertes politisches Ziel hatte Neurath hier verfolgt, in dem er auch weniger Gebildeten statistische Daten  visuell aufbereitete. Auch einen eindringlichen Code hat er geschaffen.

Im Fall von WC Zeichen stellen Piktogramme am Universellsten die dichotomen Geschlechtsklassen dar. Die kleinen Bildchen sind bei näherer Betrachtung keineswegs standardisiert und/oder frei von ihrem Kontext zu interpretieren.

 

Den Teilnehmerinnen fällt auf, dass „männliche“ Darstellungen in den Piktogrammen im Verkehr überwiegen und dass die Körperhaltungen differieren. Es gibt auch Piktogramme, bei denen wir etwas „mitgeliefert“ bekommen, in denen sich – sage ich keck – gesellschaftliche Zuschreibung spiegelt und die einer näheren Betrachtung würdig sind.

Die Fotobeispiele sollen der Erläuterung dienen. Die Frau mit dem Wickeltisch auf dem Grazer Hauptplatz lässt uns auf den ersten Blick vermuten, dass der Wickelraum – wie sehr oft – den Damentoiletten angegliedert ist (was es für Väter schwierig macht ihr Kind zu versorgen).

Und es ist eindeutig ausschließlich nur die Mutter, die hier dargestellt ist.

Desgleichen finden wir nur eine Mutterdarstellung auf den Piktogrammen, die wir aus dem öffentlichen Verkehr kennen und die zum Beispiel jede von mehreren Glaswänden in einem Wiener U Bahn Abteil je doppelt ziert und wir sozusagen multipliziert mit orangen Muttertieren bombardiert werden.

 

Nazli Eda NOYAN hat WC Zeichen in den westlichen und mittleren Regionen der Türkei untersucht. Sie resümiert, dass die Zeichen zwar neutral wirken, jedoch nicht die Diversität der umgebenden Gesellschaft repräsentieren in der sie visuell eingebettet sind. [35] Wie wir am Fotobeispiel erkennen können, können Piktogramme zeitgleich Handlungsanweisungen enthalten, wie etwa jene der hegemonial gendergerechten Körperhaltung bei der Verrichtung der Notdurft.

 

Wenn wir nun festgestellt haben, dass diese Bilder uns tagtäglich überfluten und in der Lage sind, unser Bild von Geschlechterrollen nachhaltig zu prägen, mehr noch: Gender – Zuschreibungen aufgrund des biologischen Geschlechtes - konstruieren, dann liegen hiermit gute Beispiele von sichtbaren Expressionen einer dichotom strukturierten Gesellschaft vor, die mitunter eine Geschlechtsklasse (Männer) visuell von der Kinderpflege ausschließt und die Verschmutzung öffentlicher Toilettenanlagen durch stehende Maneken Pis’es vorantreibt.

 

Neue Subjektivierung?

Vieles ist zu Sexismus im öffentlichen Raum schon geschrieben, gelehrt und diskutiert worden. Die geschlechtssensible Analyse und Gestaltung des öffentlichen Raumes ist ein Thema von großer Brisanz und auch Breite geblieben.

Wir haben uns mit Manifestierungen von Gender  an den Oberflächen der Stadt und auseinandergesetzt. Viele andere Aspekte stehen in unweigerlichem Zusammenhang und können in diesem Rahmen nicht ausgeführt werden, etwa:  Geschlechter – und bevölkerungsdemokratische Architektur (wie etwa freier Zugang zu Child Care Räumlichkeiten für beide Geschlechter), geschlechtssensible Wohnraum- und Parkgestaltung, ausreichende Beleuchtung zur Vermeidung von Angsträumen, Interaktionen im öffentlichen Raum (wer weicht aus), der männliche Blick, sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum etc.

Ein anfangs bekichertes aber ernstzunehmendes weiteres Thema in diesem Zusammenhang ist dieDiskussion die in den 70ern unter dem Namen pottie parity begann, wie eine aus den USA stammende Diskutantin erzählt. Auch noch 1997 wurde zum Beispiel von der Senatorin Katie Wheeler in New Hampshire ein entsprechender Antrag eingebracht. [36]

Gemeint ist die auch für Europa nachgewiesene Ungleichheit an Toiletten. Mitte der 90er stellt GREED fest, dass Männer 2/3 mehr Toilettenanlagen haben (Kabinen und Pissoirs gezählt), wiewohl Frauen öffentliche WCs weitaus mehr nutzen. [37] Darüber hinaus hat sich schon die erste Frauenbeauftragte Österreichs, Frau Dr.in Grete Schurz über die ungleichen Preise für Männer und Frauen bei öffentlichen Toiletten beschwert. Solche stillen Orte lassen sich auch heutzutage noch finden. Zum Beispiel das öffentliche WC am Grazer Hauptplatz. 10 Toilettemöglichkeiten für Männer (3 Kabinen, 7 Pissoirs) stehen den 8 Kabinen auf Frauenseite gegenüber, die Nutzung des Pissoirs ist für die Männer unentgeltlich.

 

Und eines noch. Für R.K, dem gute Freund von mir, der mich in stundenlangen emotionalisierten dezibelintensiven Telefonaten davon überzeugen wollte, dass „die Frauen das ja freiwillig tun“, „dass ja niemand gezwungen wird, bei Hooters oder als Modell zu arbeiten“!

Abgesehen davon, dass Modell einer der beiden Berufe ist, in denen Frauen noch am besten verdienen (und in beiden verkaufen sie ihren Körper) und dass viele Faktoren zu einer Arbeitsstelle führen (keine andere verfügbar, Erreichbarkeit, Dienstzeiten etc.) beobachten wir auch in der Mode und Populärkultur einen Wandel von der Objektivierung zur Subjektivierung der Frau.

Nicht nur mehr wird sie zum Sexobjekt gemacht, nein, sie ist selber gerne Sexobjekt (oder wird zumindest so gezeichnet). [38] Die verdeutlicht auch das Zitat des Herrn Dichand, der seit 1959 täglich rund 3 Milllionen ÖsterreicherInnen „mittels Kronenzeitung“ ein nacktes weibliches Lustobjekt frei Haus liefert.

„Das sind Österreicherinnen hauptsächlich, oder Wienerinnen oder von irgendwo. Nämlich wirklich die ‚Frau von Nebenan’ die heute schon so frei sich bewegt, dass ihr das nichts ausmacht, wenn sie so fotografiert wird.“ [39]

 

Wie schon WILK andeutet, bieten sich nun im Vergleich zu den 70er Jahren mehr stereotype Bilder von Frauen an, die unter einen paradoxen Hut gebracht werden sollen. GILL geht einen Schritt weiter und hält dieses Phänomen für ein Element eines „retrosexistischen“ Diskurses, das sich in der Subjektivierung von Frauen ausdrückt und meiner Meinung nach eng mit der wirtschaftspolitischen Rahmung des Neoliberalismus zusammenhängt:

 

„ Finally, I would argue that what this shift entails is a move from an external male judging gaze to a self-policing narcisstic gaze. I would argue that it represents a higher or deeper form of exploitation than objectification-one in which the objectifying male gaze is internalised to form a new disciplinary regime…one of the most disturbing aspects of this profound shift is that it makes critique much more difficult.” [40]

Referenzen

 

Abstracts und persönliche Protokolle der „ Images of social life - 2003 Conference of the International Visual Sociology Association“, 8.-10. Juli 2003, Southhampton GB

 

Beauty Science - schönheit-wellness-lifestyle, 1/03 April 2003, € 5,50, weltweit erstes Magazin zum Thema ästhetische Chirurgie

 

EMMISON Michael, SMITH Phillip, Researching the Visual, Sage Publicazions Ltd., 2000

London, Thousand Oaks, New Dheli

 

Frauensicht, Februar 2003, Nr 1/03

 

GILL Rosalind „From Sexual Objectification to Sexual Subjectification : The Resexualisation of Women’s Bodies in the Media“ S.100-105 in Feminist Media Studies, Vol.3, No.1, März 2003

 

Greed C H; Planning for women and other disabled groups, with reference to the provision of public toilets in Britain, Environment and Planning A 1996, volume 28, pages 573-588

 

HAAS Marliese, Werbung als kulturelle Vermittlungsagentur am Beispiel der Geschlechterdarstellung im Anzeigenteil der „Bunten Illustrierten“, Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades am Institut für Volkskunde der Karl Franzens Universität Graz, Juni 1988

 

KUBINZKY Karl A., WENTNER Astrid M.; Grazer Straßennamen. Herkunft und Bedeutung

Graz 1998, Leykam Buchverlag GmbH

NEMETH Elisabeth (Hg.); Otto Neurath oder die Einheit von Wissenschaft und Gesellschaft;

Wien; Köln; Weimar; Böhlau, 1994 (Monographien zur österreichischen Kultur- und Geistesgeschichte; 6)

 

SCHMERL Christiane (Hg.in), Frauenzoo der Werbung - Aufklärung über Fabeltiere, München 1992, Verlag Frauenoffensive

 

STADLER Friedrich; Studien zum Wiener Kreis : Ursprung, Entwicklung und Wirkung des Logischen Empirismus im Kontext; 1. Auflage; Frankfurt am Main; 1997; suhrkamp

 

PUSCH Luise; Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik, 1984. Frankfurt/M., edition suhrkamp 1217. 202 Seiten

Für Anregungen, Diskussion und Kritik danke ich Anita Mörth, Maggie Jansenberger, Stefan Laube & Co.

 

Anmerkungen



[1] Foto 32

[2] Zum Beispiel : WETSCHANOW in diesem Band,  PUSCH , www.luisepusch.de, www.frauensprache.com, auch sehr interessante und lebendige Foren zum Thema auf www.diestandard.at

[3] Fotos 55-58

[4] Foto 62

[5] Foto 50, Fotodokumentiertes Wahlplakat, 22.5.2002, Linz Bahnhof

[6] Foto 23, Graz Februar 2003

[7] KUBINZKY, WENTNER 1998, S.11.

[8] Foto 29

[9] Als Download auf www.bmsg.gv.at

[10] Vgl. Österreichisches Institut für Familienforschung www.oif.ac.at; Österreichische Informationsstelle gegen Gewalt www.aoef.at

[11] Foto 22

[13] GREED 1996, S.583

[14] Foto 43

[15] Foto 44

[16] Unter www.werberat.co.at finden Sie sämtliche Unterlagen, sowie das Beschwerdearchiv und ein Online-Formular zur Abgabe von Beschwerden und Kritik. 

[17] Vgl. SCHMERL 1992, S.19-58

[18] Der öffentliche Schönheitsdruck steht auch im Dienste des Kapitalismus. Der Bereich der Schönheitschirurgie ist das am stärksten wachsende medizinische Fachgebiet, seit Mai ist in Österreich auch das erste Fachmagazin dazu erhältlich, „weil die Zeiten, in denen ästhetische Chirurgie nur etwas für die oberen Zehntausend war sind vorbei“, so die Erstausgabe der schweizerischen Zeitschrift Beauty Science auf Seite 32. Falten-, fett und haarlos sind in diesem Magazin erwartungsgemäß in der Überzahl Frauen (22 : 5 Frauenabbildungen im redaktionellen Teil, demgegenüber 6:3 Abbildungen von männlichen Experten, ausschließlich weibliche Figuren in den Anzeigenteilen).

[19] SCHMERL 1992 S.2

[20] HAAS 1988, S.154

[22] WILK 2003, S.302

[23] siehe Fußnote 10

[24] vgl. Frauensicht, Februar 2003, Nr 1/03

[25] EMMISON 2000, S.81

Die Aufschrift „Rauchen kann Krebs verursachen“ auf Zigarettenwerbungen ist so ein destabilisierendes Element, auch eine bildliche Reaktion vom Mai 2002 („Einen Korb für sexistische Werbung“) auf Werbung der Bäckermeister unter Verwendung des Originalsujets in Graz war (m)ein Versuch einer destabilisierenden Thematisierung dieses Themas. Das Sujet finden Sie unter www.doku.at .

[26] WILK 2003, S.317

[27] Foto 54

[28] Foto 53, ein Vorschlag für ein Forschungsdesign, um diese Gegebenheiten wissenschaftlich zu prüfen, findet sich bei EMMISON, S.123f.

[30] Vgl. WEX Marianne, „Weibliche und männliche Körpersprache als Folge patriarchalischer Machtverhältnisse, Hamburg 1980, 2.Auflage in HAAS, S.161

[31] Foto 28

[32] Foto 25

[33] Die typischen Symbole wurden entworfen vom Künstler und politischen Grafiker Gerd Arntz, Marie Reidemeister – spätere Neurath – ergänzte das Team und leitete die Abteilung für „Transformation“ am 1925 gemeinsam eröffneten Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum in Wien. Vgl. Stadler 1997, S.590

[34] NEURATH in NEMETH 1994, S.287

[35] vgl. Abstracts und persönliche Mitschriften der „ Images of social life - 2003 Conference of the International Visual Sociology Association“, 8.-10. Juli 2003, Southhampton GB

[36] wie www.audiopros.com am 11.4.1997 berichtet

[37] Vgl. GREED 1996, S.576

[38] Tatsächlich haben die Kellnerinnen des „Hooters“ in der Wiedner Hauptstrasse gegen die knappen Hotpants als Berufskleidung protestiert und fühlen sich nun in Röcken wohler beim Broterwerb. Vgl. www.diestandard.at vom 10.02.2003

[39] Film : Die Krone – Tag für Tag ein Boulevardstück, 2002, Nathalie Borgers

[40] GILL 2003, S.102

 

Fotosamples in chronologischer Reihenfolge

(alle aufgenommen im Zeitraum April-Juli 2003)

 

1         Arbeiterkammer Linz, Graz : GIS, Kernstockgasse, BügerInnenservice Landhausgasse, Verkehrrschild

2         Kartenständer Annenstrasse Graz , Auslage eines Optikers in der Linzer Innenstadt, Beate Uhse Auslage Graz

3         Werbefläche und Statue in der Linzer Innenstadt, Mauergemälde Bad zur Sonne in Graz, Grazer Hauptplatz, Puppen in der Grazer Herrengasse

4         WC Piktogramm am Grazer Hauptplatz, ÖV-Sticker (österreichweit), WC Piktogramme: neutrale Person mit Kind-Mariazell, Frau und Kind-Graz Hauptplatz Klo innen, Busche und Mädchen/Hathi Graz

5         Der Prozess - Exemplarische Fotoprotokolle aus der Fokusgruppe